Jury 100BP20 bei der Betrachtung/Diskussion, in der Pause, bei der Abstimmung: Andrea Gassner, Franziska Morlok, Xavier Erni, Na Kim, Markus Weisbeck

Xavier Erni, NeoNeo, Genf-Carouge, Schweiz
Obwohl im letzten Jahr fast alle Veranstaltungen abgesagt wurden, hat eine große Anzahl von Plakaten, die für kulturelle Veranstaltungen werben, den Weg zum Wettbewerb gefunden. Ich muss sagen, dass ich von der globalen Qualität der Einreichungen sehr beeindruckt war. Ein großer Teil der Plakate war eine persönliche Reaktion auf die Pandemie. Grafikdesigner*innen haben oft das Bedürfnis, ihre Sorgen durch Plakate auszudrücken und sie mit der Welt zu teilen. Wir haben auch viele positive Botschaften und viele farbenfrohe Kompositionen bemerkt, die wir wahrscheinlich alle in dieser ziemlich dunklen Zeit brauchen.
Xavier Erni
Andrea Gassner, Atelier Andrea Gassner, Feldkirch, Österreich
Die uns vorgestellten Plakatarbeiten landeten bei mir wie ein ›visuelle Echo‹ auf die vergangenen Monate. In dem Maße, wie die Kommunikation zwischen den Menschen behördlich behindert, manchmal sogar untersagt wurde, schien die Lust der Gestaltung von visueller Kommunikation größer geworden zu sein – wahrscheinlich auch die Sichtbarkeit und gesellschaftliche Bedeutung des Mediums Plakat an sich. Danke den Veranstaltern, für ihre Beharrlichkeit und die gute Organisation.
Andrea Gassner
Na Kim, Seoul, Republik Korea/Berlin, Deutschland
Was ist ein Plakat? Und: was bedeuten gedruckte Plakate heute? Ungeachtet wiederkehrender Klischees kündigt der Wettbewerb seit 1991 in jedem Jahr unverblümt und stolz 100 beste Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an. In der Welle der digitalen Intervention hat das weltweite Pandemiejahr die visuelle Kultur wie den gesamten Alltag erfasst. Und die Frage nach dem Plakat klingt in den letzten Jahren außergewöhnlich. Diese Plakate sind der physische Beweis für ausgelöschte Zeit und Raum im Jahr 2020 – Dokument zahlreicher nicht realisierter Ereignisse, eine Ankündigung von positivem Jubel. Ich habe mich gefreut, Zeuge des besonderen Moments der 100 besten Plakate zu sein.
Na Kim
Franziska Morlok, Rimini Berlin, Berlin, Deutschland
Trotz der Schwierigkeit, gedruckte Plakate digital zu begutachten, überzeugten viele mit Mut zur Farbe und spannenden Konzepten. Ideen fielen dadurch mehr ins Gewicht als Materialität und Drucktechnik.
Franziska Morlok
Markus Weisbeck, Studio Markus Weisbeck, Frankfurt am Main/Berlin, Deutschland – Vorsitz
Außergewöhnlich ist die Qualität der Plakate – zuweilen gestaltet für Veranstaltungen, die wegen der COVID-Pandemie nicht durchgeführt werden konnten. Diesen visuellen Optimismus sehen wir in vielen der eingereichten Sujets.
Markus Weisbeck

 

Jurysitzung:
Online-Vorauswahl: Ende Januar 2021
finale Online-Sitzung mit Auswahl der 100 besten Plakate: 4./5. März 2021


Alle Jurorinnen und Juroren »Die 100 besten Plakate des Jahres« (1990 – 2000)
und  »100 beste Plakate  Deutschland Österreich Schweiz« (2001 bis 2019) hier.